In diesem Experiment bauen wir ein Fahrzeug, das sich allein durch die Kraft der ausströmenden Luft eines Luftballons fortbewegt. Dabei sollen die physikalischen Prinzipien des Rückstossantriebs und des 3. Newtonschen Gesetzes (Actio = Reactio) praktisch beobachtet und verstanden werden. Wir untersuchen, wie Ballongrösse, Düsendurchmesser und Luftdruck die Schubkraft und Reichweite beeinflussen.
Ein rechteckiges Stück Papier wird als stabile Basis für das Auto zugeschnitten. Es dient als Auflagefläche für die Achsen und den Aufbau.

Zwei Strohhalme werden als Achsen verwendet. Sie werden später quer unter der Papierbasis befestigt und dienen als Lager für die Räder.

Vier Flaschendeckel werden mittig durchbohrt, sodass sie auf die Strohhalm-Achsen passen. Die Löcher sollten gerade so gross sein, dass die Deckel leicht drehen können.

Die beiden Strohhalme werden parallel im richtigen Abstand auf die Papierbasis geklebt. Sie müssen genau ausgerichtet sein, damit das Auto später geradeaus fährt.

Die Papierbasis mit den Strohhalmen wird auf der Unterseite der PET-Flasche mit Klebeband fixiert. Die Flasche dient als Karosserie des Autos.

Die vier vorbereiteten Deckel werden auf die Enden der Strohhalme gesteckt. Sie sollten frei drehbar sein, ohne zu wackeln.

Der Luftballon wird über den Flaschenhals gestülpt und mit Klebeband luftdicht fixiert. Für eine bessere Abdichtung kann zusätzlich ein Gummiband verwendet werden.

Ein kleiner Karton-Spoiler wird hinten auf der Flasche angebracht. Er verbessert die Aerodynamik und verleiht dem Auto einen stabileren Geradeauslauf.

Den Ballon aufblasen, das Auto auf den Boden stellen und loslassen. Beobachte, wie die ausströmende Luft das Auto nach vorne treibt.

Das Luftballon-Auto funktioniert nach dem Prinzip des Rückstossantriebs. Die im Ballon gespeicherte Druckluft wird nach hinten ausgestossen. Gemäss dem 3. Newtonschen Gesetz entsteht dabei eine gleich grosse Gegenkraft, die das Auto nach vorne beschleunigt. Im Folgenden werden die wichtigsten physikalischen Aspekte erläutert.
Wirkt ein Körper eine Kraft auf einen zweiten Körper aus, so wirkt der zweite eine gleich grosse, aber entgegengesetzt gerichtete Kraft auf den ersten zurück. Die ausströmende Luft (Actio) erzeugt die Gegenkraft, die das Auto antreibt (Reactio).
Im aufgeblasenen Ballon herrscht ein höherer Druck als in der Umgebung (Überdruck). Beim Öffnen strömt die Luft zum Druckausgleich nach aussen. Je grösser der Ballon, desto mehr Luft steht zur Verfügung – der Schub ist stärker.
Ein verengter Auslass (Strohhalm als Düse) sorgt dafür, dass die Luft schneller ausströmt. Nach der Kontinuitätsgleichung muss das Produkt aus Querschnittsfläche und Geschwindigkeit konstant bleiben: Eine kleinere Öffnung führt zu einer höheren Austrittsgeschwindigkeit.
Die Schubkraft ergibt sich aus dem Produkt von Massenstrom (ṁ) und Austrittsgeschwindigkeit (v). Eine engere Düse erhöht die Geschwindigkeit, ein grösserer Ballon den Massenstrom. Die optimale Kombination liefert die maximale Reichweite.
Die Simulation zeigt den Luftstrom aus dem Ballon in Echtzeit. Probiere verschiedene Einstellungen aus und beobachte, wie sich die Strömung verändert.